Varus oh Varus wo sind nur deine Legionen
( Auf dem BTM mein Anführer )
Am XXIV. August ? wurde der kleine Ort Pfünz von Römern belagert. Hier eine historische Aufzeichnung einer frühgeschichtlichen Starparty.
Bei den guten Göttern Roms, ich will euch kund tun von der alljährlichen Belagerung am Osterberge. Hastig peitschte ich die Pferde meines Streitwagens voran. Das knallen der Peitsche und das wilde schnaufen der Pferde erfüllten die dunkle Nacht mit einer einzigartigen Melodie. Fast schon schwerelos schraubte sich das Gespann den mystischen Osterberge im Altmühltal hinauf. Tief in der Nacht, den Göttern sei gedankt, ward es geschafft. Vor mir glänzte der Gipfel und die majestätischen Hügelketten im fahlen Lichte der schmalen Sichel des aufgehenden Mondes. An des Gipfels Wiesen lag das Castel des Pro Consul Ullus an dessen Pforten mich zwei Legionäre empfingen.
„Wohin des Weges Prätorianer ?“
„Kaiser Tiberius Magellanus schickt mich mit wichtigen Informationen für Pro Consul Ullus.“
Man gewährte mir Einlaß und ich war erstaunt ein ordentliches Lager mit weit über 150 Legionären, davon sogar ein recht hohen femininus* Anteil zu erblicken. Selbst an balneums und aquärum lavationis war gedacht. Man geleitete mich zum Lager des Pro Consuls wo man mein Eintreffen bereits erwartete.
„Tritt ein Prätorianer Donelaschus. Was kann ich für unseren Kaiser tun“
„Kaiser Tiberius Magellanus schickt Dir die Grüße des Römischen Reiches und diese Schriftrolle“
Ullus öffnete eilig die Schriftrolle und begann neugierig die Zeilen des Schriftstückes zu studieren.
„Die neue Magellan, den Göttern sei gedankt für diesen wunderbaren Schatz aus der Heimat.
Kaiser Tiberius Magellanus sei belohnt mit ewigem Leben.“
„Folge mir Donelaschus und vernehme welch wundersam dunkler caelum sideralis* in den diesem Tale uns offenbart wird.“
„Für wahr Ullus, die warme Nacht und der caelum mögen dieser Nacht unserem Kaiser Tiberius Magellanus gewidmet sein.“
Mit dem Aufgang und unserer Huldigung an den Gott aller Götter iuppiter* und seinem Vater saturnus* ließ ich mich in den nächtlichen Gemächer nieder.
Am nächsten Morgen wurde ich durch die warmen Strahlen der Sonne aufgeweckt. Als ich meine Gemächer verließ war ich überrascht über das geschäftige treiben im Castello zu Pfünz. Bei meinen ausgiebigen Gängen durch das Castello erblickte ich so manche wundersame Kriegsmaschine auf stelzenartigen Füßen. Auch traf ich viele Gesichter und alte Bekannte aus meinen Reisen der Vergangenheit entlang des Limes. An einer Arbeitsbank voller Kartenmaterial traf ich meine alten Freunde und Schriftgelehrten Obsessionus Tabula* und Franco Scalaeus*. Freudig begrüßten ich meine Weggefährten aus so manch wachender Nacht.
„Welch hoher Besuch aus Rom. Welch Ehre die Kaiserliche Garde in unserem bescheidenen Lager willkommen zu heißen.“
„Den Göttern von Delphi sei gedankt euch in aller Gesundheit hier zu treffen meine lieben Wegbegleiter.
Doch sprecht was treibt euch nach Bavaria?“
„Pro Consul hat geladen zum alljährlichen festum sideralis*. Für ganze drei Nächte werden wir mit unseren machinae prospectis* die Wunder des Himmels erforschen.“
Obwohl ich auf Geheiß des Kaisers angehalten wurde schnellstmöglich abzureisen um Varus bei einer kleinen Auseinandersetzung zu helfen, entschloß ich mich diesem sonderbaren Treiben meine Aufmerksamkeit zu schenken. Für wahr ich begann gefallen an diesen sonderbaren Riten zu finden. Menschen die des Nachtes bei rotem Kerzenschein geheimnisvolle Karten studierten und dabei ihre sonderbaren Maschinen in Richtung Göttervater iuppiter zielten, Menschen die bedächtig den Reden und bildlichen Ausführungen von geladenen Gelehrten folgten, derer acht ich selbst auf dem festum beiwohnte und Menschen die sich einfach am phantastischen Wetter an jenen Tagen erfreuten.
Bemerkenswert war mein erstes Kontakt zu einer sonderbaren Sekte namens die „Magellanies“.
Zu scharen schwärmten Sie aus um die Kunde der Magellan zu verbreiten.
Tief beeindruckt muß ich gestehen das Pro Consul Ullus an wirklich alles gedacht hat. Speisen und Getränke wurden zum Wohle der Besucher in Hülle und Fülle von seinen zahlreichen Helfern gereicht. In jenen Tagen und Nächten waren wir wahrhaftig eine Familie. Nach drei klaren Nächten und Tagen, bei einer Trockenheit die ich ansonsten nur aus unserem geliebten Latium kenne, brach ich etwas betrübt auf um Varus bei seinem Probleme zu helfen. Bei den Göttern, ich werde im nächsten Jahre wieder kommen um der Einladung unseres Pro Consuls erwartungsvoll nachzukommen.
So gefunden auf einer Schriftrolle bei Ausgrabungsarbeiten eines Schlachtfeldes nahe Osnabrück.
Giovanni Donelasci