Das Auge, das wichtigstes Organ bei der visuellen Astronomie
Unsere Hornhaut und unsere Linse zentrieren das Licht auf die Netzhaut, wo Rezeptoren die gesammelten Informationen zum Gehirn leiten. Welche Lichtmenge das Auge erreicht, wird durch die Pupille bestimmt, die sich erweitert oder zusammenzieht.
Je weniger Licht das Auge erreicht, desto weiter öffnet sich die Pupille.
Wir sollten daher unsere Augen vor und während jeder Beobachtungsnacht von jeglichem Weißlicht fern halten. Diese Phase nennen wir "Adaption" (Anpassung). Ein vollständiges Öffnen der Pupille auf ca. 8-10mm dauert in der Regel mehrere Stunden. Das Schließen der Pupille bei einem plötzlichen Weißlicht-Einfall geschieht in wenigen zehntel Sekunden! Daher arbeiten wir in der Astronomie nicht mit hellem Weißlicht sondern benutzen gedimmtes Rotlicht. Rotlicht lässt die Pupille in ihrem adaptierten Zustand, so dass wir in der Lage sind, unsere Arbeitsunterlagen bei Nacht sehen zu können und mit einer maximalen Pupillen-Öffnung am Teleskop arbeiten können.
Wenn wir das Auge näher betrachten, fallen uns auf der Augeninnenwand "diverse Flecken" auf. Der gelbe Fleck unseres Auges ist für unser Farbsehen zuständig. Da dieser Umstand in der Regel bei Tageslicht eintrifft, ist dieser Bereich des Auges eher hell/dunkel-unempfindlich und daher nicht so gut für das Sehen in der Nacht geeignet.
Wir können aber dem Auge in Sachen Lichtempfindlichkeit ein Schnäppchen schlagen in dem wir "indirekt schauen", das bedeutet dass wir schielend am gelben Punkt vorbei schauen, um die sogenannten Stäbchen-Zellen anzusprechen. Diese sind äußerst schwarz/weiß bzw. lichtempfindlich.
Mit ein bißchen Übung verleihen Sie Ihrer visuellen Astronomie noch ein Quentchen mehr Leistungsfähigkeit.
Autor:
Giovanni Donelasci