Die Beobachtungsbedingungen
Zunächst muss man die Bedingungen vor Ort (bzw. am Himmel) ermitteln. Man könnte eine grobe Einteilung wie etwa Stadthimmel, Landhimmel oder Alpenhimmel festlegen, doch dies ist sehr ungenau zumal sich diese Einteilungen auch überschneiden können. Aussagekräftiger ist die sogenannte fst-Bestimmung (fst = faintest star). Sie bestimmt die Helligkeit, des schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren Sterns. Aber diese Bestimmung ist auch subjektiv. Als Beispiel: Der unerfahrene Sternfreund sieht am Beobachtungsort Sterne bis 5,5mag mit bloßem Auge. Der erfahrenere Beobachter erkennt an diesem Abend am gleichen Beobachtungsplatz hingegen Sterne bis 6,5mag oder mehr (selbst erlebt). Da liegt schon mal eine "kleine Welt" dazwischen wenn es gilt die Beobachtungsbedingungen zu beschreiben. Außerdem gilt hier zu definieren, wann ein Stern als gesehen eingestuft wird. Ich sehe einen Stern, wenn er sich bei indirektem Sehen auf meiner Netzhaut mehrmals abbildet- andere Beobachter definieren Sehen vielleicht anders; vielleicht die dauernde direkte visuelle Erfassung des angepeilten Sterns ohne lange hinschauen zu müssen. Allerdings muss man auch ehrlich zu sich selbst sein, denn ein x-mal angepeilter Stern, dessen Helligkeit und Position man schon aus dem "FF" kennt, lässt sich nun mal leichter sichten als ein weniger "frequentierter" Stern. Ebenso kommt es darauf an, in welchem Himmelsareal die fst-Bestimmung durchgeführt wird. Im Zenit, im zirkompularen Sternbild Kleiner Bär (Polsequenz) oder im zu beobachtenden Areal (Sternbild). Auch da können schon Differenzen auftreten und ein und die selbe Nacht kann bezüglich Himmelsqualität völlig unterschiedlich bewertet werden. Sinnvoll ist natürlich die Bestimmung im dem zu beobachtenden Himmelsausschnitt. So kann es nicht zu Missverständnissen bei Schilderungen kommen und gemachte Beobachtungen lassen sich besser vergleichen.